Dino – das bewegte Leben eines Shar Pei: Unser Sorgenkind Dino ist in vielerlei Hinsicht ein trauriges Beispiel menschlicher Unvollkommenheit. Seine Geschichte widerspiegelt komplexe Themen, mit welchen wir in der Tierschutzarbeit täglich konfrontiert sind: unseriöse Zucht aus kommerzieller Motivation, unüberlegte Anschaffung, falsche Erwartungen an ein Haustier sowie die menschliche Projektion absurder Schönheitsideale auf Tiere (Qualzuchten*).

Hier seine Geschichte: Dino ist ein männlicher Shar Pei (Chinesischer Faltenhund), am 28. September 2007 im Ausland geboren und im zarten Welpenalter per Flugzeug in die Schweiz gebracht. Er wurde am 12. Dezember 2007 mit nur 3 Monaten bei uns im Tierheim abgegeben.

Shar Pei’s sind in Bezug auf Pflege und Erziehung anspruchsvolle Begleiter. Die bewusst angezüchteten Hautfalten können zu starken gesundheitlichen Problemen und Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Diese Faktoren wurden wohl bei Dinos Anschaffung zu wenig in Betracht gezogen, mit dem Resultat, dass die Familie bald überfordert war mit ihrem exotischen Begleiter.

Dino litt an Demotex°, einer Milbenart welche sehr langwierig, aufwändig und kostspielig zu behandeln ist. Daneben sind seine Augen stark belastet, da sie von den Hautfalten im Gesicht überdeckt werden. Dino wird sich demnächst einer komplexen und sehr teuren Augenoperation unterziehen müssen, welche von einem Spezialisten ausgeführt werden muss. Neben den gesundheitlichen Beschwerden ist Dino auch in seiner natürlichen Ausdrucksweise gegenüber Artgenossen stark eingeschränkt, seine Körpersignale können von anderen Hunden schlecht interpretiert werden.

Für Dino haben wir verantwortungsbewusste Hunde-Liebhaber gefunden, welche sich nicht scheuen, den grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand für Pflege, Erziehung und tierärztliche Behandlung auf sich zu nehmen. Er hat das ganz grosse Los gezogen und wohnt heute glücklich und zufrieden auf einem Schloss.

 

 

* Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind.

° Die canine Demodikose ist eine häufige, durch die übermäßige Vermehrung der Haarbalgmilbe Demodex canis hervorgerufene, parasitäre Hauterkrankung der Hunde (Canidae). Sie kann örtlich begrenzt oder am ganzen Körper auftreten. Die Demodikose entsteht bei älteren Tieren nur im Zusammenhang mit Störungen des Immunsystems, bei Jungtieren ist die Entstehung der Krankheit nicht vollständig aufgeklärt. Die Demodikose beginnt zumeist mit Haarausfall und ohne Juckreiz. Im weiteren Verlauf können sich durch eine bakterielle Sekundärinfektion stärkere Hautveränderungen bis zu einer eitrigen Hautentzündung (Pyodermie) entwickeln. Die Krankheit wird durch den mikroskopischen Nachweis der Milben festgestellt. Die Behandlung erfolgt mit milbenwirksamen Medikamenten.